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Öffentliche Baukonzessionen | Public works concessions

Die Konzession für öffentliche Bauarbeiten ist ein Vertrag von der gleichen Art wie ein öffentlicher Bauauftrag, abgesehen davon, dass die Gegenleistung für die auszuführenden Arbeiten entweder allein das Recht auf die Verwertung der Arbeiten oder in dieses Recht zusammen mit einer Zahlung umfasst.

(Recital 11,18,19,20, 23, 68 und Artikel 1, 5 (1b) der EU-Richtlinie 2014/23/EU)

Öffentliche Bauverträge | Public works contracts

Öffentliche Bauaufträge sind öffentliche Aufträge, die entweder die Ausführung oder sowohl die Planung und Ausführung von Bauarbeiten als auch die Fertigstellung eines Bauwerks, das den vom öffentlichen Auftraggeber festgelegten Anforderungen entspricht, darlegen. Unter einer Arbeit versteht man das Ergebnis von Bau- oder Tiefbauarbeiten, die als Ganzes ausreichen, um eine wirtschaftliche oder technische Funktion zu erfüllen

(Recital 8, 67 und Artikel 2, 4, 5, 6, 19, 22, 32, 35, 83 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Öffentliche Dienstleistungsaufträge | Public service contracts

Öffentliche Dienstleistungsaufträge sind öffentliche Aufträge, bei denen es sich nicht um öffentliche Bau- oder Lieferaufträge handelt, die die Erbringung von Dienstleistungen gemäß Anhang II der Richtlinie zum Gegenstand haben. Ein öffentlicher Auftrag, der sowohl Produkte als auch Dienstleistungen betrifft, muss als "Dienstleistungsauftrag" betrachtet werden, wenn der Wert der betreffenden Dienstleistungen den der unter den Vertrag fallenden Erzeugnisse übersteigt.

(Recital 8, 23, 27, 30, 67, 70 und Artikel 2, 4, 5, 6, 32, 35, 78 83 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Öffentliche Dienstleistungskonzessionen | Public service concessions

Die Dienstleistungskonzession ist ein Vertrag von der Art eines öffentlichen Dienstleistungsauftrags, mit der Ausnahme, dass die Gegenleistung für die Erbringung von Dienstleistungen entweder alleinig das Recht zur Verwertung der Dienstleistung oder in Kombination mit einer Zahlung besteht. (Recital 11,18,19,29,23, 68 und Artikel 1, 5 (1a) der EU-Richtlinie 2014/23/EU)

Öffentliche Lieferverträge | Public supply contracts

Öffentliche Lieferverträge sind öffentliche Verträge die den Kauf, Leasing, Miete oder Mietkauf mit oder ohne Kaufoption von Produkten als Ziel haben. Ein öffentlicher Vertrag der die Lieferung von Produkten als Ziel hat und welcher, auch als nebensächliche Sache, die Vermittlungs- und Installationsarbeiten abdeckt, muss als ein öffentlicher Liefervertrag angesehen werden.

(Artikel 2, 4, 5, 19, 32, 45, 83 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Öffentliche Verträge | Public contracts

Öffentliche Aufträge sind entgeltliche schriftliche Verträge zwischen einem oder mehreren Wirtschaftsteilnehmern und einem oder mehreren öffentlichen Auftraggebern, die die Ausführung von Bauleistungen, die Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zum Gegenstand haben. (Recital 1, 36, 39, 69, 73, 100, Titel II und Artikel 1, 2, 5, 18 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Öffentliches Auftragswesen | Public Procurement

Fähigkeit des Staates oder öffentlicher Behörden und Versorgungsdienstleister Waren, Arbeiten und Dienstleistungen zu kaufen um öffentliche Dienstleistungen auszuführen.

(Die wichtigsten Eintragungen sind Recital 1, 2, 4 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Ökolabel | Eco-label

Bescheinigung, welche ökologische Managementkriterien umfasst.

(Verordnung (EC) Nr. 1221/2009; Verordnung (EC) Nr. 66/2010 über die EU Eco-Kennzeichnung und Artikel 43 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Ökologische Hauptkriterien | Core Environmental Criteria

Kriterien, mit denen ein Schlüsselbereich für die Umweltleistung eines Produkts festgelegt werden soll, um die Verwaltungskosten für die Unternehmen auf ein Mindestmaß zu beschränken. (Kommunikation “Öffentliches Beschaffungswesen für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP-Kriterien für 20 Produktgruppen)

Ökologischen Managementsystemen | Eco-Management and Audit Scheme (EMAS)

Das ökologische Managementsystem bescheinigt die Einhaltung von gewissen ökologischen Managementsystemen oder Standards.

(Artikel 45 der Verordnung (EC) Nr. 1221/2009)

Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen | Agreement on Government Procurement

Übereinkommen innerhalb des Rahmens der Welthandelsorganisation um einen offenen, gerechten und transparenten Zugang zu öffentlichen Beschaffungsmärkten zu gewährleisten.

(Recital 17 und Artikel 6 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

A

Arbeit | Work

Das Ergebnis von Bau- oder Tiefbauleistungen als Ganzes, das für sich allein eine wirtschaftliche oder technische Funktion erfüllt.

(Artikel 2 of EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Ausschlusskriterien | Exclusion Criteria

Gründe für einen automatischen Ausschluss:

  • Terrorismus oder Straftaten verbunden mit terroristischen Tätigkeiten
  • Geldwäsche oder Terrorfinanzierung
  • Kinderarbeit
  • Menschenhandel
  • Teilnahme an organisierter Kriminalität
  • Korruption
  • Betrug gegen die finanziellen Interessen der Europäischen Union

Gründe für willkürlichen Ausschluss:

  • Konkurs oder Zwangsabwicklung oder -verwaltung
  • fachliches Fehlverhalten oder ernsthafte Falschdarstellung
  • Verletzung von sozialen-, ökologischen- oder Arbeitsrechten
  • Nichterbringung von Sozialleistungen
  • Nichterbringung von Zahlungen verbunden mit Steuern
  • unzulässiger Einfluss
  • Vereinbarungen die darauf abzielen den Wettbewerb zu stören
  • Verzerrung des Wettbewerbes durch vorherige Beteiligung
  • Interessenkonflikte
  • Erhebliche oder anhaltende Schwächen in der Leistungserbringung von vorherigen Verträgen

(Recital 39, 40, 84, 85, 100, 101, 105 und Artikel 41, 56, 57, 59, 60, 63, 71 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Auswahlkriterien | Selection criteria

Kriterien betreffend:

  • Eignung fachliche Tätigkeiten durchzuführen;
  • Ökonomische und finanzielle Leistungsfähigkeit;
  • Technische und fachliche Fähigkeiten.

(Recital 63, 64, 66, 84, 128 und Artikel 34, 35, 56, 57, 58, 59, 60, 63, 65, 80 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

B

Bedingungen bezüglich Steuern, Umweltschutz, Arbeitsschutzbestimmungen und Arbeitsbedingungen | Conditions relating to taxes, environmental protection, employment protection provisions and working conditions

Die öffentlichen Auftraggeber können die Wirtschaftsbeteiligten auffordern, anzugeben, dass sie bei der Erstellung ihres Angebots die Verpflichtungen in Bezug auf die Einhaltung der Steuervorschriften, den Umweltschutz, den Arbeitsschutz und die in ihrem Mitgliedstaat geltenden Arbeitsbedingungen berücksichtigt haben.

Bedingungen für die Vertragserfüllung | Conditions on Contractual performance

Die öffentlichen Auftraggeber können von den Wirtschaftsbeteiligten verlangen, dass sie den möglichen Teil des Vertrags angeben, den sie gegebenenfalls an Dritte und etwaige Unterauftragnehmer weitervergeben können, unabhängig der Haftung des Hauptunternehmers. (Recital 3, 32, 37, 74, 90, 94, 97, 98, 99, 104 und Artikel 43, 44, 70, 71, 72, 73 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Benachrichtigung zur Vertragsvergabe | Contract award notices

Vertragsschließende Behörden welche einen öffentlichen Vertrag vergeben oder eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen haben, müssen eine Mitteilung der Ergebnisse des Vergabeverfahrens nicht später als 48 Tage nach Vergabe des Vertrages oder des Abschlusses der Rahmenvereinbarung, versenden. Im Fall von Rahmenvereinbarungen sind die vertragsschließenden Behörden nicht verpflichtet eine Mitteilung der Ergbnisse des Vergabeverfahrens für jeden Vertrag basierend auf dieser Vereinbarung zu versenden. Vertragsschließende Behörden müssen eine Benachrichtigung bei Vergabe von Verträgen basierend auf dem dynamischen Beschaffungssystem innerhalb von 48 Tagen nach der Vergabe für jeden Vertrag versenden.

(Artikel 50 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Beschaffung des öffentlichen Sektors | Public Sector Procurement

Die Richtlinie des öffentlichen Sektors ist anwendbar bei der Vergabe von öffentlichen Verträgen zwischen Wirtschaftsteilnehmern und vertragsschließenden Behörden.

Beschaffungsdienstleister | Procurement service provider

Eine öffentliche oder private Einrichtung die zusätzliche Erwerbstätigkeiten am Markt anbietet.

(Artikel 2, 24 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Beschaffungsdokument | Procurement document

Jedes Dokument, das vom öffentlichen Auftraggeber erstellt oder benannt wurde, um Elemente der Auftragsvergabe oder des Verfahrens zu beschreiben oder zu bestimmen, einschließlich der Bekanntmachung des Auftrags, der Vorinformation, sofern sie als Aufruf zum Wettbewerb verwendet wird, der technischen Spezifikationen, der Beschreibung , vorgeschlagene Vertragsbedingungen, Formate für die Vorlage von Unterlagen durch Bewerber und Bieter, Informationen über allgemein geltende Verpflichtungen und etwaige zusätzliche Unterlagen.

(Recital 52, 53, 57, 58, 61, 78, 80, 81, 83, 104 und Artikel 2, 5, 19, 22, 29, 31, 32, 33, 35, 36, 42, 45, 46, 47, 53, 54, 56, 58, 67, 68, 70, 71, 72, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Beschränkte Verfahren | Restricted procedures

Beschränkte Verfahren sind solche Verfahren, bei denen nur die Vertragsnehmer durch die vertragsschließende Behörde eingeladen werden, die ein Gebot abgeben können. Die Auswahl des siegreichen Angebotes findet normalerweise in zwei Runden statt. In der ersten Runde können alle interessierten Vertragsnehmer ihr Interesse bekunden und die vertragsschließende Behörde wählt die Kandidaten aus, die zur Angebotsabgabe eingeladen werden. Prinzipiell muss die Mindestanzahl von ausgewählten Kandidaten 5 betragen. In der zweiten Runde werden Gebote eingereicht und das siegreiche Gebot wird ausgewählt.

(Recital 42, 44, 46, 63, 84 und Artikel 26, 28, 32, 34, 35, 48, 54, 65 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis | Best Price Quality Ratio (BPQR)

Eine Reihe von Kriterien, einschließlich qualitativer, ökologischer und/oder sozialer Aspekte, verknüpft mit dem Inhalt des in Frage stehenden öffentlichen Vertrages. Solche Kriterien können zum Beispiel umfassen:

  • Qualität, einschließlich technischer Leistung, ästethische und funktionale Eigenschaften, Barrierefreiheit für alle Benutzer, soziale, ökologische und innovative Eigenschaften und Handel und seine Bedingungen;
  • Organisation, Qualifikation und Erfahrung der Belegschaft, welche zugewiesen ist den Vertrag zu erfüllen, wobei die Qualität der zugewiesenen Belegschaft einen signifikanten Einfluss auf das Leistungsniveau des Vertrages hat;
  • Kundendienst und technische Unterstützung, Lieferbedingungen wie Lieferdatum, Lieferablauf und Lieferzeit oder Ausführungszeitraum.

(Recital 49, 89, 90, 92 und Artikel 30, 31, 35, 67, 76 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Bieter | Tenderer

Ein Wirtschaftsteilnehmer, der ein Gebot abgegeben hat, wird als “Bieter” bezeichnet.

(Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Bioökonomie | Bio-based economy / Bioeconomy

Die Bioökonomie […] umfasst die Herstellung von erneuerbaren, biologischen Ressourcen und die Umwandlung dieser Ressourcen und Abfallströme in mehrwertige Produkte, wie Lebensmittel, Futtermittel, biobasierte Produkte und Bioenergie. Die Bioökonomie ist die nachhaltige Herstellung und Umwandlung von Biomasse in eine Reihe von Lebensmitteln, Gesundheits-, Faser- und industriellen Produkten sowie Energie. Erneuerbare Biomasse umfasst jedes biologische Material, dass als Rohstoff verwendet wird.

Bio-Kohlenstoffgehalt | Bio-carbon content

Anteil des, aus Biomasse abgeleiteten, Kohlenstoffes.

(CEN/TC 411 2014)

Biobasiert | Bio-based
  • Aus Biomasse gewonnen (CEN/TC 411 2014).
  • Teilweise oder im aus biologischen Produkten (Biomasse) bestehend(einschließlich Pflanzen-, Tier- und Meeres- oder Waldmaterialien).
Biobasierte Kunststoffe | Bio-based plastic

Kunststoffe, die zu einem wesentlichen Anteil oder ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Sie sind nicht notwendigerweise biologisch zersetzbar.

Biobasierter Anteil | Bio-based content

Anteil oder Verhältnis eines Produktes, welcher aus Biomasse gewonnen wurde (CEN/TC 411 2014).

Der kritische Punkt beim biobasierten Anteil im Gegensatz zu biobasiertem Anteil des Kohlenstoffes ist, dass dies den kompletten Inhalt der Biomasse einschließlich Sauerstoff, Wasserstoff und anderen Molekülen aus der Biomasse und nicht nur Kohlenstoff, einschließt.

Biobasierter Kohlenstoff | Bio-based carbon / bio-carbon

Aus Biomasse gewonnener Kohlenstoff.

(CEN/TC 411 2014)

Biobasiertes Material | Bio-based material

Materialien welche zu einem wesentlichen Anteil oder ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Biobasiertes Produkt | Bio-based product

Produkt das ganz oder teilweise aus Biomasse gewonnen ist. Das biobasierte Produkt wird normalerweise durch den biobasierten Kohlenstoffanteil oder den biobasierten Anteil charakterisiert. Für die Bestimmung und Angabe von biobasiertem Anteil und dem biobasierten Kohlenstoffanteil, wird auf die relevanten Standards CEN/TC 411 verwiesen. Das Produkt kann ein Zwischenprodukt, materielles, halbfertiges oder endgültiges Produkt sein.

(CEN/TC 411 2014)

Biobrennstoff | Biofuel
  • Brennstoff hergestellt aus pflanzenbasiertem trockenem, organischem Stoff oder brennbaren Ölen. Diese Brennstoffe werden solange als erneuerbar betrachtet, wie die Vegetation, die diese produziert, aufrechterhalten werden kann, wie bei Brennholz, aus Zucker gegärtem Alkohol oder brennbaren aus Sojabohnen extrahierten Ölen (Glossar UN-Rahmenkonvention über Klimawandel).
  • Brennstoff(e) die direkt oder indirekt aus Biomasse gewonnen werden. Brennstoff ist definiert als ein Energieträger welcher für die Energieumwandlung gedacht ist und der flüssig, fest oder gasförmig sein kann (FAO 2004 & CEN/TC 411 2012).
  • Aus Biomasse hergestellter flüssiger oder gasförmiger Treibstoff für den Transport (Europäisches Parlament und Rat 2009).
  • Flüssige Treibstoffe aus nichtfossilem Ursprung und einer erneuerbaren Energiequelle, unterscheidbar zu fossilen Treibstoffen (Eurostat Glossar).
  • Flüssige Treibstoffe und Mischkomponenten hergestellt aus Ausgangsstoffen aus Biomasse (Pflanzen), hauptsächlich verwendet für den Transport (PCAST 2006).
Bioenergie | Bioenergy
  • Jede Energie welche aus Biobrennstoff hergestellt wird, wobei Biobrennstoffe Brennstoffe sind, welche direkt oder indirekt aus Biomasse hergestellt werden. Brennstoff ist definiert als ein Energieträger, welcher für die Energieumwandlung bestimmt ist. (FAO 2004).
  • Energie aus Biomasse. (CEN/TC 411 2012)
Biogen | Biogenic

Hergestellt aus lebenden Organismen.

Biokatalysator | Biocatalyst

Moleküle oder Molekülkomplex bestehend aus, oder abgeleitet von, einem Organismus oder einer Zellkultur (in zellfreier oder Ganzzellenform) welche Stoffwechselreaktionen in lebenden Organismen und/oder Substratumwandlung in verschiedenen chemischen Reaktionen beschleunigt.

Biolösungsmittel) | Biosolvent

Aus Biomasse gewonnene Lösungsmittel; wobei Lösungsmittel Flüssigkeiten sind, in welchen eine gelöste Substanz aufgelöst wird um eine Lösung zu bilden (Oxford Wörterbücher).

Biologisch abbaubare Kunststoffe / kompostierbare Kunststoffe | Biodegradable plastics / Compostable plastics

Biologisch abbaubare Kunststoffe sind vollständig durch biologische Aktivität abbaubar (kompostierbar), ohne einen Rückstand zu hinterlassen. Sie können aus erneuerbaren Materialien oder fossilen Treibstoffen, sowieso aus Mischungen von diesen, hergestellt werden.

Biologische Abbaubarkeit | Biodegradability

Biologische Abbaubarkeit bezeichnet das Vermögen organischer Chemikalien, biologisch, also durch Lebewesen oder deren Enzyme zersetzt zu werden.

Biologische Schmiermittel | Biolubricant

Schmiermittel aus Biomasse gewonnen; wobei Schmiermittel Substanzen wie Öl oder Fett sind um Reibung besonders in einem Motor oder einer mechanischen Komponente zu minimieren.

An Standards für biologische Schmiermittel und ihren biobasierten Anteil und Abbaubarkeit wird gearbeitet. In CEN arbeitet die CEN/TC 19/WG 33 an Standards für biologische Schmiermittel.

Biologischer Zerfall | Biodegradation
  • Zerfall hervorgerufen durch biologische Aktivitäten, besonders durch enzymatische Wirkung, welche zu einer signifikanten Veränderung in der chemischen Zusammensetzung eines Stoffes führt (CEN/TC 411 2014).
  • Umwandlung eines Stoffes zu neuen Verbindungen durch biochemische Reaktionen oder Aktivitäten von Mikroorganismen, wie Bakterien (US geological survey, 2007).
  • Prozess bei dem mikrobische Organismen (durch mikrobische oder enzymatische Wirkung) die Struktur von Chemikalien, welche in die Umwelt eingeführt wurden, umwandeln oder verändern (US Environmental Protection Agency 2015).
Biomasse | Biomass
  • Material biologischen Ursprungs außer Material, welches in geologischen Formationen integriert und/oder versteinert ist (CEN/TR 16208:2011; CEN/TC 411 2014).
  • Biomasse ist organisches, nicht-fossiles Material biologischen Ursprungs und kann für die Wärme- oder Elektrizitätserzeugung genutzt werden. Biomasse beinhaltet: Holz und Holzabfall; Biogas; kommunaler Feststoffabfall; Biotreibstoff (Eurostat Glossar).
  • Der biologisch zersetzbare Anteil von Produkten, Abfall und Rückständen aus biologischem Ursprung aus der Landwirtschaft (einschließlich pflanzlichen und tierischen Stoffen), forstwirtschaftlichen und ähnlichen Industrien, einschließlich Fischerei und Wasserkulturen, sowie der biologisch abbaubare Anteil von industriellem und kommunalem Abfall (Europäisches Parlament und Rat 2009).
  • Jeder organische Stoff, welcher auf erneuerbarer oder wiederkehrender Basis zur Verfügung steht, einschließlich landwirtschaftlichen Kulturen,Bäumen, Holz und Holzabfällen und Rückständen, Pflanzen (einschließlich Wasserpfanzen), Gräsern, Rückständen, Fasern und Tierresten, kommunaler Abfall und anderen Abfallmaterialien (Biomasse Forschung- und Entwicklungsgesetz von 2000 7 USC 7624 Note; USITC 2008).
  • Lebende Systeme und Ansammlung von organischen Stoffen hergestellt durch lebende Systeme, welche als Material nutzbar sind, einschließlich postmortaler Rückstände.
Biomaterial | Biomaterial

Synthetisches oder natürliches Material, geeignet für die Erstellung von künstlichen Organen und Prothesen oder um Knochen oder Gewebe zu ersetzen. Material genutzt für Kontakt mit lebendem Gewebe, Organismen oder Mikroorganismen.

Biomaterialien sind keine biobasierten Materialien oder Produkte.

Bioplastik | Bioplastic

Der Begriff “Bioplastik” sollte idealerweise vermieden werden. Es ist wünschenswert das Wort „biobasierter Kunststoff“ zu nutzen, wenn es sich um Kunststoff aus Biomasse oder biologisch abbaubaren Kunststoff handelt. . Beide Kategorien überschneiden sich, jedoch gibt es auch biobasierte Kunststoffe, welche nicht biologisch abbaubar sind, genauso wie biologisch abbaubare Kunststoffe, die nicht biobasiert sind.

Biopolymer | Biopolymer

Substanz zusammengesetzt aus einer Art Biomakromolekülen.

Ein Polymer ist, wenigstens zum Teil, aus Bausteinen - genannt Monomere - zusammengesetzt, welche in einer Bio-Raffinierie aus erneuerbaren Ausgangsstoffen wie z.B. Mais hergestellt werden.

Eine alternative Definition für Biopolymere einschließlich aller biologisch produzierten Polymere wie DNA, RNA und Proteinen (USITC 2008).

Bioraffinerie | Biorefinery
  • Eine Bioraffinerie ist eine Einrichtung, die Biomasseumwandlungsprozesse und -ausrüstung integriert, um Brennstoffe, Energie und Chemikalien aus Biomasse herzustellen. Das Bioraffineriekonzept ist analog zu den heutigen Erdölraffinerien, die mehrere Brennstoffe und Produkte aus Erdöl produzieren. Industrielle Bioraffinerie wurde als der vielversprechendste Weg zur Schaffung einer neuen inländischen biobasierten Industrie identifiziert (NREL 2015, Demirbas 2010). Bioraffinierung ist die nachhaltige Verarbeitung von Biomasse zu einer großen Anzahl von vermarktbaren Produkten und Energie (Internationale Energiebehörde Bioenergy Task 42; Star-Colibri).
  • Eine Bioraffinierie ist ein übergreifendes Konzept einer Verarbeitungsanlage in der Biomasseausgangsstoffe zu einer großen Anzahl an wertvollen Produkten umgewandelt und extrahiert werden (USDOE 1997).
  • Bioraffinierie bezieht sich auf die Umwandlung von Biomasseausgangstoffen zu einer Menge wertvoller Chemikalien und Energieträger mit minimalem Abfall und Emissionen. Bioraffinerien verarbeiten jede Art von Biomasse in zahlreiche Produkte.
Biotechnologie | Biotechnology
  • Anwendung von Wissenschaft und Technologie bei lebenden Organismen, sowie Teilen, Produkten und Modellen davon, um lebende und nichtlebende Materialien für die Herstellung von Wissen, Waren und Dienstleistungen zu verändern (OECD 2005; Eurostat Glossar).
  • Eine Reihe von biologischen Methoden, die durch Grundlagenforschung entwickelt wurden und die jetzt für Forschungs- und Produktentwicklung angewendet werden. Im besonderen die Nutzung von rekombinanter DNA, Zellfusion und neuer bioverarbeitender Methoden durch die Industrie (Merriam Webster, USDA Glossar).
  • Jede technologische Anwendung, die biologische Systeme, lebende Organismen oder Derivate davon nutzt Produkte oder Verfahren für spezifische Verwendung herzustellen oder zu modifizieren (UNEP 1992).
  • Integration von Naturwissenschaft und Maschinenbau um eine Verwendung von Organismen, Zellen, Teilen davon und ihrer molekularen Gegenstücke für Produkte und Dienstleistungen zu erreichen.
Biotenside | Biosurfactant

Aus Biomasse gewonnene Tenside; wobei Tenside Moleküle sind, welche aus einem wasserbindenden (wasserliebenden) Teil und einem wasserabweisenden (wasserhassenden oder ölliebenden) Teil bestehen (Kjellin & Johansson 2010). Oder Substanzen die dazu neigen die Oberflächenspannung einer Flüssigkeit, in der sie gelöst wurde, zu reduzieren.

C

Co-Produkt | Co-product

Jedes von zwei oder mehr Produkten, die aus dem gleichen Einheitsprozess oder Produktsystem stammen. (EN-ISO 14040:2006; EN-ISO 14044:2006)

D

Designwettbewerbe | Design contests

Verfahren, die es dem Auftraggeber ermöglichen, vor allem in den Bereichen Stadt- und Raumplanung, Architektur und Ingenieurwesen oder Datenverarbeitung einen Plan oder Entwurf zu erwerben, der von einer Jury nach Wettbewerb mit oder ohne Preisgewährung ausgewählt wird. (Recital 120 und Artikel 1, 2, 4, 7, 8, 9, 15, 17, 22, 78-82 der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

Dienstleistungsanbieter | Service provider

Eine natürliche oder juristische Person oder öffentliche Einheit oder Gruppe solcher Personen und/oder Einrichtung, die auf dem Markt Dienstleistungen anbietet.

(Recital 23, 25, 28, 29, 33, 35, 71, 73, 114 und Artikel 2, 24, 64, 76, 79 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Dynamisches Beschaffungssystem | Dynamic purchasing system

Ein dynamisches Beschaffungssystem ist ein vollständig elektronischer Vorgang, welcher für die am häufigsten genutzte Beschaffungen ausgeführt wird und die Eigenschaften haben dass sie generell auf dem Markt verfügbar sind, die Anforderungen der vertragsschließenden Behörde treffen, von begrenzter Dauer sind und welche in der gesamten Gültigkeitsdauer allen Wirtschaftsteilnehmern, welche die Auswahlkriterien erfüllen und ein unverbindliches Gebot erfüllt, gegenüber offen sind. ,

(Recital 63, 64, 65, 66, 68, 69, 71 und Artikel 5, 34, 35, 36, 37, 39, 50, 51, 55, 58, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

E

Elektronische Auktion | Electronic auction

Eine elektronische Auktion ist ein sich wiederholendes Verfahren und umfasst ein elektronisches Gerät für die Darstellung neuer Preise, Reduzierungen oder neuer Werte betreffend der Bestandteile der Gebote, welche nach einer anfänglichen, vollständigen Beurteilung der Gebote erscheinen und die es unter Benutzung automatischer Beurteilungsmethoden ermöglichen, sie zu klassifizieren. Demzufolge sind gewisse Dienstleistungsverträge und Arbeitsverträge, welche geistige Leistungen, wie Planungsarbeiten zum Gegenstand haben, nicht Teil von elektronischen Auktionen.

(Recital 67 und Artikel 35 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Elektronische Wege | Electronic means

Elektronische Ausrüstung für die Bearbeitung (einschließlich digitaler Kompression) und Speicherung von Daten, welche durch Kabel, Funk, optischen oder andere elektromagnetische Wege übertragen, umgewandelt and empfangen werden.

(Recital 52, 53, 54, 57, 67, 68, 72, 80, 85, 128 und Artikel 2, 7, 22, 27, 28, 34, 36, 37, 51, 53, 54, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Erneuerbares Material | Renewable material

Material, welches aus Biomasse zusammengesetzt ist und das kontinuierlich regeneriert werden kann.

(CEN/TC 411 2014)

EU GPP-Kriterien | EU GPP criteria

Kriterien welche darauf abzielen verwaltungstechnische Lasten für den Wirtschaftsteilnehmer und für die öffentliche Verwaltung bei der Umsetzung von umweltorientierten, öffentlichen Beschaffungen zu reduzieren.

(Öffentliche Beschaffungen für eine bessere Umwelt COM (2008) 400 final)

Europäisches Einzelbeschaffungsdokument | European Single Procurement Document (ESPD)

Formale Erklärung durch einen Wirtschaftsteilnehmer bestehend aus einer Selbsterklärung als vorläufiger Beweis zum Ersatz von Bescheinigungen, ausgestellt durch öffentliche Behörden oder Drittparteien, dass der relevante Grund für einen Auschluss nicht anwendbar ist und/oder dass das relevante Auswahlkriterium erfüllt ist und die relevante Information wie gefordert von der vertragsschließenden Behörde auf Anfrage der vertragsschließenden Behörde zur Verfügung gestellt werden soll.

(Recital 84 und Artikel 59 der EU-Richtlinie 2014/24/EU und Verordnung Nr. 2016/7/EU)

F

Futtermittel | Feed

Futtermittel ist jeder Stoff oder Produkt, einschließlich Additiven, ob verarbeitet, teilweise verarbeitet oder unverarbeitet, welcher zur Fütterung von Tieren bestimmt ist.

(Eurostat Glossar, Quelle: Verordnung 178/2002 vom 28 Januar 2002)

G

Gegenstand des Vertrages | Subject-matter of contract

Kriterien betreffend der Arbeiten, Lieferungen oder Dienstleistungen die unter dem Vertrag in jeder Hinsicht und zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus zur Verfügung gestellt werden, einschließlich einbezogener Faktoren zu:

  • den spezifischen Herstellungsverfahren, Durchführung oder Handel dieser Arbeiten, Lieferungen oder Dienstleistungen;
  • ein spezifischer Prozess für eine weitere Phase ihres Lebenszyklus;

selbst wenn diese Faktoren nicht zu ihrer materiellen Substanz gehören.

(Recital 8, 67, 75, 78, 83, 92, 98, 104 und Artikel 3, 16, 29, 33, 35, 42, 43, 45, 46, 58, 67, 70, 84 of EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Gemeinschaftliche und zentralisierte Beschaffung | Joint and Centralized procurement

Die Fähigkeit und Freiheit seitens der vertragsschließenden Behörden die Beschaffung von Produkten oder Dienstleistungen und das Design und Ausführung von Arbeitsverträgen, gemeinschaftlich zu vergeben . Die Entscheidung, Verträge gemeinschaftlich zu vergeben muss durch Qualität und ökonomische Kritierien ermittelt werden, welche durch nationales Gesetz definiert sein können.

(Recital 69, 70, 71, 72, 73 und Artikel 2, 37, 38, 39 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Gesamtbetriebskosten | Total Cost of Ownership (TCO)

Gesamtbetriebskosten, welche direkt oder indirekt aus dem Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen während des Nutzungszeitraums resultieren.

GPP-Hauptkriterien | Core GPP criteria

GPP-Hauptkriterien sind ausgestaltet um eine einfache Anwendung von GPP zu erlauben, da sie sich auf die Schwerpunkt(e) der Umweltleistung eines Produktes fokussieren und darauf abzielen, Verwaltungskosten auf ein Minimum zu beschränken.

(Kommunikation “Öffentliches Beschaffungswesen für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP-Kriterien für 20 Produktgruppen)

Grenzwert für öffentliche Verträge | Threshold for public contracts
  • Die Richtlinie des öffentlichen Sektors gilt für öffentliche Aufträge, bei denen der Wert ohne Mehrwertsteuer (MwSt) geschätzt wird, der gleich oder höher als bestimmte Schwellenwerte ist.EUR 5186000 für Verträge von öffentlichen Bauvorhaben;
  • EUR 134000 für öffentliche Liefer- und Dienstleistungsverträge vergeben durch Behörden der Zentralregierung und Designwettbewerb organisiert durch solche Behörden;
  • EUR 207000 für öffentliche Lieferungs- und Dienstleistungsverträge vergeben durch nachrangige, vertragsschließende Behörden und Designwettbewerbe organisiert von solchen Behörden;
  • EUR 750000 für öffentliche Lieferverträge für soziale und andere spezifische Dienstleistungen.

(Recital 18, 19, 107, 114, 115, 116, 117, 129, 134 und Artikel 1, 4, 5, 6, 17, 74, 78, 85 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

H

Haltbarkeit | Durability

Fähigkeit eines Produktes den Wert seiner Eigenschaften unter angegebenen Bedingungen beizubehalten. (CEN/TC 411 2014)

Die Bedingungen schließen, abhängig vom Produkt, mehrere Themen ein, wie Abnutzung, Druck, Schaden oder Haltbarkeit betreffend UV-Strahlung.

I

Industrielle Biotechnologie | Industrial Biotechnology
  • Die Herstellung von flüssigen Treibstoffen und chemischen Produkten unter Nutzung von Enzymen, Mikroorganismen, Gärung oder Bio-Katalyse in jeder Phase der Herstellung, ungeachtet der Art der verwendeten Rohstoffe. In diesem Fall können die Rohstoffe Biomasse, fossile, treibstoffbasierte oder anorganische Stoffe sein. (USITC 2008)
  • Die Herstellung von flüssigen Treibstoffen und chemischen Produkten aus erneuerbaren Resourcen, ungeachtet der Art der verwendeten Verfahrenstechnologie. (USITC 2008)
  • Industrielle Biotechnologe – auch als weisse Biotechnolgie bekannt – nutzt Enzyme und Mikroorganismen um biobasierte Produkte in Sektoren so vielfältig wie Chemikalien, Lebens- und Futtermittel, Reinigungsmittel, Papier und Zellstoff, Textilien und Bioenergie herzustellen. (High-Level Group auf KET 2011))
  • [Industrielle Biotechnologie ist] die Anwendung von Biotechnologie zur ökoeffizienten Produktion und Verarbeitung von Chemikalien, Materialien und Bioenergie. (OECD 2011)
Innovation oder Innovationsagenda | Innovation or Innovation Agenda

Die Umsetzung eines neuen oder signifikant verbesserten Produktes, Dienstleistung oder Verfahrens, einschließlich, aber nicht begrenzt auf Herstellung, Bau- oder Konstruktionsablauf, neue Marketingmethoden oder neue organisationelle Methoden der Geschäftspraktiken, Arbeitsplatzorganisation oder Außenbeziehungen inter alia mit dem Zweck, soziale Herausforderungen zu lösen oder die Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu unterstützen.

(Recital 47, 48, 74, 95, 123, 124 und Artikel 2, 31, 70, 76 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Innovationspartnerschaft | Innovation partnership

Vergabeverfahren, um den Marktzugang zu verbessern, indem ein Forschungsvertrag mit einer realistischen Chance kombiniert wird, einen Erstkauf zu erhalten, wenn das Forschungsergebnis ein vordefiniertes Leistungsniveau erfüllt. Innovationskooperationen sind in sukzessiven Phasen mit Zwischenzielen, Zahlungen und Trennungsoptionen aufgebaut.

(Recital 49, 84 und Artikel 2, 5, 26, 31, 54, 65 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

K

Kandidat | Candidate

Ein Wirtschaftsteilnehmer der aufgefordert wurde teilzunehmen oder an a einem Verhandlungsverfahren, aneinem nichtoffenen Verfahren, in einem Wettbewerbsverfahren mit Verhandlung, in einem Verhandlungsverfahen ohne vorherige Veröffentlichung, in einem wettbewerblichen Dialog oder aneiner Innovationsparnerschaft, teilnehmen möchte.

(Recital 67, 80, 81, 82, 84, 101 und Artikel 2, 5, 21, 28, 29, 30, 31, 34, 36, 41, 54, 55, 58, 59, 65, 66, 72, 80, 82, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

Kaskadennutzung | Cascading use

Die aufeinanderfolgende Nutzung von biogenen Rohstoffen um Materialien und Energie herzustellen.

Key Performance Indicators (KPIs)

Qualitative oder quantitative Messungen, welche sich auf den Vertrag beziehen und vertraglich mit diesem verknüpft sind.

Knowledge-based bioeconomy

Die Anwendung von Biowissenschaften in neue, nachhaltige, umweltfreundliche und wettbewerbsfähige Produkte.

Kunststoff | Plastic

Oberbegriff, welcher im Fall von polymerem Material verwendet wird, der andere Stoffe beinhalten kann, um Leistung zu verbessern und/oder Kosten zu reduzieren.

(Vert et al. 2012)

L

Label Anforderungen | Label requirements

Anforderungen die an die Arbeiten, Produkte, Dienstleistungen, Verfahren oder Vorgänge betreffend gestellt werden um das betreffende Label zu erhalten.

(Recital 74, 75 und Artikel 2, 43 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Label | Label

Jedes Dokument, jede Bescheinigung oder Bescheinigung, die bestätigt, dass die betreffenden Arbeiten, Produkte, Dienstleistungen, Verfahren oder Verfahren bestimmte Anforderungen erfüllen.

(Recital 74, 75 und Artikels 2, 43 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Landwirtschaft | Agriculture

Planmäßiges Betreiben von Ackerbau und Viehhaltung zum Erzeugen von tierischen und pflanzlichen Produkten.

Lebensmittel | Food

Lebensmittel (oder Nahrungsmittel) bezieht sich auf jeden Stoff oder Produkt, ob verarbeitet, teilweise verarbeitet oder unverarbeitet, der bestimmt ist für, oder von dem einigermaßen erwartet werden kann, durch Personen aufgenommen zu werden.

(Eurostat Glossar, Quelle: Verordnung 178/2002 vom 28 January 2002))

Lebenszyklunskosten (LCC) | Life Cycle Costing (LCC)

Lebenszykluskosten sind ein Vergabekriterium welches Teile oder alle der folgenden Kosten über den Lebenszyklus eines Produktes, Dienstleistung oder Arbeit abdeckt:

  • Kosten, getragen von der vertragsschließende Behörde oder anderen Nutzern, wie:
    • Kosten verbunden mit dem Erwerb,
    • Kosten der Nutzung, wie Energiekonsum und andere Betriebsmittel,
    • Instandhaltungskosten,
    • Kosten im Zusammenhang mit derm Ende der Nutzung des Produktes, wie Abholungs- und Wiederverwertungskosten.
  • Kosten werden den Umweltexternalitäten zugerechnet, verknüpft mit dem Produkt, Dienstleistung oder Arbeiten während des Lebenszyklus, vorausgesetzt der monetäre Wert kann bestimmt und überprüft werden; diese Kosten können die Kosten der Emissionen von Treibhausgasen und anderer Schadstoffemissionen sowie andere Kosten für den Klimaschutz umfassen.

(Recital 92, 95, 96, 129 und Artikel 67, 68 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Lebenszyklus | Life cycle

Alle aufeinanderfolgenden und/oder verknüpften Phasen, einschließlich Forschung und Entwicklungsarbeiten, Herstellungsvorgang, Handel und seine Bedingungen, Transport, Nutzung und Instandhaltung, über die gesamte Lebensdauer des Produktes oder der Arbeiten oder der Bereitstellung der Dienstleistung, von der Rohstoffbeschaffung oder Erschaffung von Resourcen, hin zur Entsorgung, Beseitigung und Beendigung des Dienstes oder Verwendung.

(Recital 74, 95, 96, 97 und Artikel 2, 42, 67, 68 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Lebenszyklusbeurteilung (LCA) | Life Cycle Assessment (LCA)
  • Die Zusammenstellung und Beurteilung der Inputs, Outputs und potentieller ökologischer Auswirkungen auf ein Produktsystem über den Lebenszyklus hindurch. (EN-ISO 14040:2006; EN-ISO 14044:2006)
  • Untersuchung und Bewertung der Umweltauswirkungen eines bestimmten Produkts oder einer bestimmten Dienstleistung, die durch seine Existenz verursacht oder erforderlich werden. (Recital 74, 95, 96, 97 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)
Leistungsbasierte Angaben | Performance-based specifications

Kriterien betreffend:

  • soziale Berücksichtigungen, wie die Lieferung oder Nutzung von fairen Handelsprodukten, die Anforderung das ein Produkt aus fairer Handelsherkunft stammt, die Anforderung einen Mindestpreis und Preisaufschlag für Hersteller zu zahlen, Maßnahmen für die Unterstützung der Gleichheit von Frauen und Männern auf Arbeit, Maßnahmen zur erhöhten Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Arbeit und privatem Leben, die Einstellung von benachteiligten Personen, Maßnahmen die auf den Schutz von Gesundheit des beteiligten Personals im Herstellungsverfahren abzielen, die Begünstigung von sozialer Integration von benachteiligten Personen oder Mitgliedern von gefährdeten Gruppen, die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, die Umsetzung von Schulungsmaßnahmen für Arbeitslose oder junge Personen;
  • ökologische Berücksichtigungen wie die Zustellung, Verpackung und Entsorgung von Produkten auch hinsichtlich von Arbeits- und Dienstleistungsverträgen, Abfallminimierung oder Ressourceneffizienz, die Anforderungen an nichtgiftige Chemikalien im Herstellungsprozess, die Anforderung, dass Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden unter Nutzung von energieeffizienten Maschinen, der Schutz der Umwelt und des Tierschutzes.

(Recital 3, 32, 37, 74, 90, 94, 97, 98, 99, 104 und Artikel 43, 44, 70, 71, 72, 73 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Lokale Behörden | Local authorities

Behörden der Verwaltungseinheiten die unter NUTS 3 fallen und kleinere Verwaltungseinheiten gemäß der Verordnung (EC) Nr. 1059/2003.

(Recital 7, 60 und Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

M

Marktdialog | Market dialogue

Ein Prozess, welcher auf die Wechselwirkung zwischen vertragsschließende Behörden und Zulieferen vor dem Beginn des öffentlichen Beschaffungsverfahrens abzielt. Durch einen Marktdialog beabsichtigen vertragsschließende Behörden die Marktkenntnis zu verbessern, um Produkte und/oder Dienstleistungen zu identifizieren, welche zur Zeit nicht spezifiziert werden können um innovative Lösungen zu bestimmen und um Lieferanten, Experten, Innovationsberater, Endnutzer und andere mit relevantem Wissen, auf öffentliche Bedürfnisse aufmerksam zu machen, welche durch zukünftige Beschaffungsübungen abgedeckt werden könnten.

Marktkonsultation | Market consultation

Ein integraler Bestandteil des öffentlichen Beschaffunsgprozesses, normalerweise beginnend mit einer vorherigen Benachrichtungsinformation (PIN) in der OJEU, in welcher die kontaktierten Behörden ihre Beschaffungsbedingungen darstellen. Die Veröffentlichung einer Marktberatung durch vorherige Informationsmitteilung (PIN) beschreibt das Beratungsverfahren seitens der vertragsschließenden Behörden und kündigt eine bevorstehende, öffentliche Beschaffungsübung an. Das Ziel einer Marktberatung ist es der vertragsschließende Behörden zu helfen, den Status des derzeitigen und zukünftigen Marktes in Verhältnis zu ihren Angaben und Bedürfnissen zu bestimmen und eine Marktkonsultation unterstützt Lieferanten, Vertragsnehmer, Dienstleistungsanbieter und Konzessionäre durch zur Verfügungstellung von relevanten Informationen zu den erwarteten Anforderungen der vertragsschließende Behörden, welche im Beschaffungsvorgang angewendet werden.

(Artikel 40 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Marktuntersuchung | Market testing

Teilnahme der Wirtschaftsteilnehmer in der Vorbereitungsphase eines öffentlichen Vertrages.

Material | Material

Substanz, die von Menschen in ihrer praktischen Tätigkeit genutzt wird.

Materialnutzung / industrielle Materialnutzung | Material use / Industrial Material use

In der “Materialnutzung” dient die Biomasse als Rohstoff für die (industrielle) Herstellung von allen möglichen Waren, wie auch deren direkter Nutzen in Produkten. Das unterscheidet es klar von Energienutzung, wo die Biomasse nur als Energiequelle dient.

N

Nachhaltige, öffentliche Beschaffung | Sustainable Public Procurement

Einkaufspraktiken im öffentlichen- und Dienstleistungssektor mit einer Mischung aus Umwelt-, Innovations- und kommerziellen Zielen.

(Recital 2, 41, 47, 91, 93, 95, 96, 123 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Nachrangige, vertragsschließende Behörden | Sub-central contracting authorities

Alle vertragsschließenden Behörden welche nicht Behörden der Zentralregierung sind.

(Artikel 2, 4, 6, 26, 28, 48 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Nebenbeschaffungstätigkeiten | Ancillary purchasing activities

Tätigkeiten in der Bereitstellung von Unterstützung zu Erwerbstätigkeiten, insbesondere in einer der folgenden Formen:

  • Bereitstellung technischer Infrastruktur, die es öffentlichen Auftraggebern ermöglicht, öffentliche Aufträge zu vergeben oder Rahmenvereinbarungen über Bauleistungen, Lieferungen oder Dienstleistungen abzuschließen
  • Beratung zur Ausführung oder Planung von Verfahren zur Vergabe öffentlicher Aufträge
  • Vorbereitung und Verwaltung von Verfahren zur Vergabe öffentlicher Aufträge im Namen und für Rechnung des betreffenden öffentlichen Auftraggebers

(Recital 70 and Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Nebenprodukt | By-product

Ein Seiten- oder Sekundärprodukt, welches im Herstellungsprozess oder durch Synthese von einem anderem Produkt hergestellt wird.

Non-food

Eine offizielle Definition von “Non-food Artikeln“ also -Nichtlebensmittel exisitiert nicht. Im Allgemeinen bedeutet es alle Verwendungen außer Lebensmittel (und Futtermittel).

NUTS

NUTS ist ein hierarchisches System um das wirtschaftliche Territorium der EU für folgende Zwecke aufzuteilen:

  • Erfassung, Ausarbeitung und Harmonisierung von europäischen Regionalstatistiken;
  • Sozio-ökonomische Analysen der Regionen.

NUTS 1: Große sozio-ökonomische Regionen
NUTS 2: Grundregion für die Anwendung von regionalen Verfahrensweisen
NUTS 3: Kleine Regionen für spezifische Diagnosen

(Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU und Verordnung Nr. 1059/2003 mit Ergänzungen)

O

Offene Verfahren | Open procedures

Offene Verfahren sind solche, in denen jeder interessierte Zulieferer, Vertragsnehmer oder Dienstleistungsanbieter ein Angebot abgeben kann.

(Artikel 27, 32, 56, 57 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Offizielle Listen von zugelassenen Wirtschaftsteilnehmern | Official lists of approved economic operators

Offizielle Listen von zugelassenen Wirtschaftsteilnehmern, Zulieferern oder Diensleistungsanbietern existieren um vertragsschließenden Behörden mit der qualitativen Beurteilung von Ausschreibenden und Kanidaten in öffentlichen Beschaffungsverträgen zu helfen. Die Registrierung in einem amtlichen Verzeichnis von zugelassenen Wirtschaftsteilnehmern kann durch Ausstellung einer Bescheinigung vorgewiesen werden, welche den Verweis darauf geben muss, warum die Registrierung zugelassen wurde und die Kennzeichnung in dem Verzeichnis gegeben wurde. Die Bedingungen für die Registrierung in solchen Verzeichnissen muss die persönliche Lage des Kandidaten oder Bietenden wiedergeben, on und in welchem Umfang er in einer kriminellen Organisation, Korruption, Betrug, Geldwäsche, Insolvenz, Abwicklung, Zwangsverwatlung, fachliche Fehlverhalten, schwerwiegende Falschdarstellung involviert ist, und seine Fähigkeit eine fachliche Tätigkeit auszuführen, ökonomische und finanzielle Position, technische und fachliche Fähigkeit, Qualitätssicherungsanforderungen, und wo angebracht Umweltmanagementstandards darstellen. Eine Registrierung in zugelassen Verzeichnissen darf keine Annahme zur Tauglichkeit der registrierten Unternehmung darstellen, außer zu den Bedingungen auf denen die Registrierung basiert.

(Artikel 64 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

P

Polymer | Polymer

Aus Makromolekülen zusammengesetzter Stoff.

Produkt | Product
  • Stoff, Material oder Gegenstand der aus einem Herstellungsvorgang resultiert. (CEN/TC 411 2014)
  • Jedwede Ware oder Dienstleistung. (EN-ISO 14040; EN-ISO 14044 – angepasst von ISO 14021:1999 und ISO 9000:2005.)

Q

Qualitätssicherungsstandards | Quality assurance standards

Nachweis über die Qualitätssicherheitsstandards von Wirtschaftsteilnehmern kann durch die Erstellung von Bescheinigungen erbracht werden, welche durch unabhängige Einrichtungen ausgearbeitet wurden und welche die Einhaltung des Wirtschaftsteilnehmers bei gewissen europäischen Qualitätssicherheitsstandards beglaubigen. Im Fall dass der Wirtschaftsteilnehmer eine solche Dokumentation nicht bringen kann müssen die vertragsschließenden Behörden eine äquivalente Bescheinigung von Einrichtungen ansässig in Mitgliedsstaaten anerkennen und auch einen anderen Nachweis von äquivalenten Qualitätssicherungsmaßnahmen vom Wirtschaftsteilnehmer akzeptieren.

(Artikel 62 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

R

Rahmenvereinbarung | Framework agreement

Eine Rahmenvereinbarung ist eine Vereinbarung zwischen einem oder mehreren öffentlichen Auftraggebern und einem oder mehreren Wirtschaftsteilnehmern, deren Zweck darin besteht, die Bedingungen für Aufträge festzulegen, die in einem bestimmten Zeitraum vergeben werden sollen, insbesondere in Bezug auf den Preis und gegebenenfalls geplante Menge.

(Recital 57, 60, 61, 62, 68, 69, 71, 81, 82 und Artikel 2, 5, 33, 35, 36, 37, 39, 50, 55, 58, 59, 72, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Regionale Behörden | Regional authorities

Behörden, welche nicht ausführlich in NUTS 1 und 2 verzeichnet sind, gemäß der Verordnung (EC) Nr. 1059.

(Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Rohstoff / Ausgangstoff | Raw material / feedstock

Primäres und sekundäres Material, welches verwendet wird um ein Produkt herzustellen.

(EN-ISO 14040; EN-ISO 14044)

Im Zusammenhang mit der Bioökonomie wird Rohstoff normalerweise als Synonym zu Ausgangsstoff verwendet.

S

Schriftlich oder geschriebenes | Written or in writing

Jede Ausdrucksweise bestehend aus Wörtern oder Zahlen, welche gelesen, wiedergegeben und nachträglich mitgeteilt werden kann, einschließlich elektronisch gespeicherter und übertragener Informationen.

(Recital 18 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Sozioökonomische Bedingungen | Conditions, socio-economic

Vertragsschließende Behörden können spezielle Bedingungen bezüglich der Ausführung des Vertrages festlegen, im Besonderen was soziale und ökologische Berücksichtigungen betrifft.

(Recital 37, 40, 41, 45, 47, 75, 88, 91, 92, 93, 95, 97, 98, 99, 101, 104, 105, 123, 128 und Artikel 18, 42, 43, 62, 67, 68, 70 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Stoffbalanz | Mass balance

Verhältnis zwischen Input und Output eines spezifischen Stoffes innerhalb eines Systems in welchem der Output des Systems nicht den Input des Systems überschreiten kann.

(CEN/TC 411 2014)

Subventionierte Verträge | Subsidized contracts

Verträge die mit mehr als 50% von den vertragsgebenden Behörden subventioniert sind, werden als subventionierte Verträge angesehen:

  • Verträge die direkt durch die vertragsgebende Behörde mit mehr als 50% subventioniert werden und die einen geschätzten Wert von netto gleich oder größer als 6,242,00 Euro haben;
    • wo solche Verträge Tätigkeiten im Bauwesen umfassen;
    • wo solche Verträge Baumaßnahmen für Krankenhäuser, Einrichtungen für Sport, Erholungs- und Freizeitanlagen, Schul- und Universitätsgebäude und Gebäude verwendet für Verwaltungszwecke beinhalten;
  • Dienstleistungsverträge, die direkt durch die vertragsschließende Behörde mit mehr als 50% subventioniert wurden und einen geschätzten Wert von Netto gleich oder mehr als EUR 249,000 haben und welche mit einem Arbeitsvertrag verbunden sind.

(Artikel 13 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

T

Technische Angaben | Technical specifications

Die technischen Angaben zu öffentlichen Verträgen müssen wie folgt formuliert sein:

  • in Bezug auf vorgschriebene nationale technische Regeln, welche vereinbar mit EU Recht sind;
  • in Bezug auf, Rangfolge zu nationalen Standards, welche europäische Standards umsetzen, europäische technische Genehmigungen, allgemeine technische Angaben, internationale Standards, andere technische Referenzsysteme erstellt durch die europäischen Standardisierungsbehörden oder – wenn diese nicht existieren – zu nationalen Standards, nationale technischen Genehmigungen oder nationalen technischen Angaben bezüglich des Designs, Berechnung und Ausführung der Arbeiten und Nutzung des Produktes;
  • in Bezug auf die Leistungs- oder Funktionsanforderungen, welche ökologische Eigenschaften beinhalten können;
  • In Bezug auf detailierte Angaben, wie durch europäische oder nationale Öko-Kennzeichnungen definiert, welche auf Grund von wissenschaftlichen Informationen ausgearbeitet sind und unter Benutzung von Zugänglichkeitsverfahren zu allen interessierten Teilnehmern übernommen wurden.
  • in Bezug auf geeignete Mittel zum Nachweis, wie eine technische Akte des Herstellers oder Prüfberichtes einer angesehenen Einrichtung wie Prüf- und Kalibrierungslabore und Zertifizierungs- und Inspektionsstellen

Jede Bezugnahme muss durch die Worte “oder gleichwertig” begleitet sein.

Die technischen Angaben, wie Vertragsmitteilungen, Vertragsdokumente oder zusätzliche Dokumente, müssen in dem Vertragsdokument dargestellt werden. Wann immer möglich sollten diese technischen Angaben so definiert sein, das Zugänglichkeitskriterien für Personen mit Behinderung oder ein Design für alle Benutzer berücksichtigt ist.

(Recital 3, 71, 74, 76, 77, 81, 90, 92, 99 und Artikel 2, 26, 29, 31, 35, 36, 42, 43, 44 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Technische und fachliche Fähigkeiten | Technical and professional ability

Ein Nachweis der technischen und fachlichen Fähigkeiten des Wirtschaftsteilnehmers kann durch eine Reihe von Dokumenten erbracht und von dem Wirtschaftsteilnehmer zur Verfügung gestellt werden, gemäß der Art, Menge oder Wichtigkeit und Nutzen der Arbeiten, Lieferungen oder Dienstleistungen die er/sie beabsichtigt anzubieten. Die Fähigkeit eines Wirtschaftsteilnehmers eine Dienstleistung oder ein Produkt anzubieten oder die beabsichtigten Arbeiten auszuführen kann mit Bezug auf seine/ihre Fähigkeiten, Effizienz, Erfahrung und Verlässlichkeit beurteilt werden.

(Recital 15 und Artikel 19, 58, 63 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Technisches Fachwissen | Technical expertise

Die technische und fachliche Expertise eines Wirtschaftsteilnehmers kann durch Dokumentation erbracht werden, was einen Hinweis auf die Techniker oder technischen Einrichtungen, die direkt oder indirekt mit dem Wirtschaftsteilnehmer beteiligt sind, gibt. Der Schwerpunkt sollte auf diejenigen Ressourcen gelegt werden, die für die Qualitätskontrolle zuständig sind.Im Fall von öffentlichen Bauaufträgen kann die technische wie fachliche Expertise eines Wirtschaftsteilnehmers durch Identifikation derer überprüft werden, die der Vertragsnehmer benennen kann um die Arbeiten auszuführen.

Die technische Befähigung des Wirtschaftsteilnehmers kann auch durch Beschreibung der technischen Einrichtungen, Maßnahmen und Systeme nachgewisen werden, welche durch den Lieferanten oder Dienstleistungsanbieter zur Gewährleistung von Qualitätskontrolle benutzt werden. Relevant aus diesem Grund, was die technische Befähigung anbelangt, ist eine Beschreibung der Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen des Teilnehmers.

In Dienstleistungen, Arbeits- und Konstruktionsprojekten kann die technische Befähigung eines Wirtschaftsteilehmers durch eine Erklärung überprüft werden, welche die jährliche Mitarbeiterzahl des Dienstleistungsanbieters oder des Vertragsnehmers und die Anzahl der leitenden Angestellten der letzten 3 Jahre abdeckt. Zusätzlich ist eine Erklärung zu den Instrumenten, Anlagen oder technischem Zubehör, die dem Dienstleistungsanbieter oder Vertragsnehmer zur Ausführung des Vertrages zur Verfügung stehen abzugeben, und auch von den vertragsschließende Behörden anforderbar.

(Artikel 60 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Treibhausgas | Greenhouse gas
  • atmosphärisches Gas, welches verantwortlich für globale Erwärmung und Klimawandel ist. Die hauptsächlichen GHGs sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Stickstoffoxid (N2O). Weniger verbreitete (aber sehr starke) Treibhausgase sind Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6).
    (Glossar UN-Rahmenvereinbarung über Klimawandel)
  • Treibhausgase machen eine Gruppe von Gasen aus, die zur globalen Erwärmung und dem Klimawandel beitragen. Das Kyoto-Protokoll, eine Umweltvereinbarung welche durch viele Akteure der Rahmenvereinbarung über Klimawandel der Vereinten Nationen (UNFCCC) im Jahre 1997 verabschiedet wurde um die globale Erwärmung einzudämmen, deckt sechs Treibhausgase ab:
    • nicht fluorierte Gase: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Stickstoffoxid (N2O)
    • fluorierte Gase: Fluorkohlenwasserstoff (HFCs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFCs), Schwefelhexafluorid (SF6)

Treibhausgase zu Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten umzuwandeln ermöglicht es sie zu vergleichen und ihren individuellen und absoluten Beitrag zur globalen Erwärmung zu bestimmen. (Eurostat Glossar)

Treibstoff | Fuel

Ist ein Energieträger der für Energieumwandlung beabsichtigt ist, welcher flüssig, fest oder gasförmig sein kann. (FAO 2004 & CEN/TC 411 2012)

Im Rahmen der Bio-Ökonomie wird Treibstoff hauptsächlich als Begriff für flüssigen Treibstoff (Benzin- und Dieseltreibstoff) verwendet, während gasförmige und feste Treibstoffe normalerweise nicht beinhaltet sind.

U

Umfassende GPP-Kriterien | Comprehensive GPP criteria

Kriterien, die mehr Aspekte oder eine höhere Umweltleistung berücksichtigen und von Behörden genutzt werden, die die Umwelt- und Innovationsziele stärker verfolgen möchten. (Kommunikation “Öffentliche Beschaffung für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP Kriterien für 20 Produktgruppen)

Umfassende Umweltkriterien | Comprehensive Environmental Criteria

Kriterien, die mehr Aspekte oder eine höhere Umweltleistung berücksichtigen und von Behörden genutzt werden, die die Umwelt- und Innovationsziele stärker verfolgen möchten. (Kommunikation “Öffentliche Beschaffung für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP Kriterien für 20 Produktgruppen)

Umweltmanagement | Environmental management

Die öffentlichen Auftraggeber können eine Angabe der Umweltmanagementmaßnahmen verlangen, die der Wirtschaftsteilnehmer bei der Ausführung des Auftrags anwenden wird. (Recital 88 und Artikel 62 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Das Umweltmanagement kann anhand des Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) oder durch die Erstellung von Bescheinigungen unabhängiger Stellen nachgewiesen werden, die die Einhaltung bestimmter Umweltmanagementnormen durch den Wirtschaftsteilnehmer bestätigen.

Umweltverträgliche Chemie | Green Chemistry

Umweltverträgliche Chemie, auch bekannt als nachhaltige (grüne) Chemie, ist das Design von chemischen Produkten und Verfahren, welche den Nutzung oder Erzeugung von Gefahrstoffen reduzieren oder eliminieren. Umweltverträgliche Chemikalien finden Anwendung über den Lebenszyklus eines chemischen Produktes hinaus, einschließlich deren Designs, Herstellung und Nutzen.

(Anastas & Warner 1998, wie auch US EPA 2011)

Umweltverträgliche, öffentliche Beschaffung | Green Public Procurement (GPP)

Einkaufspraktiken der öffentlichen Hand und des öffentlichen Sektors mit Umweltschutz als alleiniges Ziel (Kommunikation “Öffentliche Beschaffungen für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP-Kriterien für 20 Produktgruppen)

Umweltverträgliche, öffentliche Beschaffungkriterien | Green Public Procurement (GPP) criteria

GPP-Kriterien werden, im Grundsatz, als minimale technische Spezifikationen formuliert, welche alle Gebote erfüllen müssen. Einige der GPP-Kriterien können auch als ökologische Vergabekriterien formuliert werden um zusätzliche ökologische Leistung zu fordern ohne obligatorisch zu sein und ohne den Markt für Produkte auszuschließen, die nicht das empfohlenen Leistungsniveau erreichen.

(Kommunikation “Öffentliche Beschaffung für eine bessere Umwelt” COM/2008 und EU GPP-Kriterien für 20 Produktgruppen)

Unter öffentlichem Recht verwaltete Einrichtung | Body governed by public law

Eine durch öffentliches Recht verwaltete Einrichtung ist jede Organisation, welche die folgenden Bedingungen in kumulativer Weise erfüllt: Zuerst muss die Organisation für den konkreten Zweck errichtet werden, Bedürfnisse im Allgemeininteresse zu befriedigen, welche keinen industriellen oder kommerziellen Bezug haben; zweitens muss sie Rechtspersönlichkeit besitzen; und drittens muss die Organisation größtenteils durch den Staat, regionale oder lokale Behörden oder andere Einrichtungen, die durch öffentliches Recht verwaltet werden, finanziert werden. Alternativ und als Teil des dritten Kriteriums, muss eine Einrichtung, die durch öffentliches Recht verwaltet wird, Gegenstand von Managementüberwachung durch den Staat, regionalen oder lokalen Behörden, oder anderen Einrichtungen, die durch öffentliches Recht verwaltet werden, sein, oder es muss einen administrativen, leitenden oder überwachenden Vorstand geben, in dem mehr als die Hälfte der Mitglieder vom Staat, regionalen oder lokalen Behörden ernannt werden oder durch andere Einrichtungen unter öffentlichem Recht verwaltet werden

(Recital 10, 29, 32 und Artikel 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

V

Varianten | Variants

Varianten sind alternative Ausschreibungsangebote, welche von einem Wirtschaftsteilnehmer eingereicht werden, die minimale technische Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen erfüllen und im Voraus durch die vertragsschließende Behörde in den Vertragsunterlagen, und nur da wo das Vergabekriterium das wirtschaftlich sinnvollste Angebot ist, erlaubt sind.

(Recital 48 und Artikel 45 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vereinfachte Vertragsmitteilung | Simplified contract notice

Eine vereinfachte Vertragsmitteilung ist eine Mitteilung, die in einem dynamischen Beschaffungssystem benutzt wird und die folgenden Informationen beinhalten muss: Land, Name and E-Mail-Addresse der vertragsschließenden Behörde, Veröffentlichungsverweis der Vertragsmitteilung für das dynamische Beschaffungssystem, die Web-Addresse auf welcher die technischen Angaben und zusätzliche Dokumente bezüglich des dynamischen Beschaffungssystems verfügbar sind, der Gegenstand des Vertrages und eine Beschreibung durch Referenznummer(n) der ‘CPV’ Fachausdrücke und Quantität oder Umfang des Vertrages der innerhalb der Zeitraumes zur Einreichung angezeigter Gebote vergeben wird.

(Artikel 34 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Verhandelte Verfahren ohne vorherige Benachrichtigung | Negotiated procedures without prior notification

Verhandelte Verfahren ohne vorherige Benachrichtigung können in einer einzelnen Runde durchgeführt werden. Vertragsschließenden Behörden ist es erlaubt auszuwählen, welche Vertragsnehmer sie wollen. Sie beginnen die Verhandlungen direkt mit diesem Vertragsnehmer und vergeben den Vertrag an ihn. Die Richtlinie ist an ein paar Regeln gebunden denen dieses Verfahren entsprechen muss. Eine vorherige Mitteilung in einem Amtsblatt ist nicht notwendig. Gründe für die Nutzung eines verhandelten Verfahren ohne vorherige Werbung sind:

  • Forschung und Entwicklung;
  • technische oder künstlerische Gründe;
  • Gründe in Verbindung mit dem Schutz von exklusiven Rechten;
  • außergewöhnlich Eile hervorgerufen durch unvorhersehbare Ereignisse, welche nicht den vertragsschließenden Behörden zurechenbar sind;
  • zusätzliche Lieferungen und Lieferungen oder Arbeiten welche unverhältnismäßige technische, operationelle und instandhaltungstechnische Schwierigkeiten hervorrufen, falls angeboten.

(Recital 50, 80, 120 und Artikel 2, 26, 32, 75, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Verhandelte Verfahren | Negotiated procedures

Verhandelte Verfahren sind solche Verfahren für die Vergabe von öffentlichen Verträgen, bei denen vertragsschließende Behörden Vertragsnehmer nach ihrer Wahl befragen können und die Bedingungen des Vertrages mit einem oder mehreren von Ihnen aushandeln. Es gibt zwei verschiedene Arten von verhandelten Verfahren: i) wettbewerblich verhandelte Verfahren mit vorheriger Benachrichtigung und ii) verhandelte Verfahren ohne vorherige Benachrichtigung.

(Recital 42, 43, 44, 45, 46, 49, 50, 80, 82, 84, 120 und Artikel 2, 26, 29, 30, 31, 32, 48, 54, 55, 65, 75, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Versorger | Utilities

Vertragsschließende Einheiten, welche in den Bereichen Energie, Transport, Wasser und Post tätig sind.

(EU-Richtlinie 2014/25/EU)

Vertragsmitteilungen | Contract notices

Vertragsschließende Behörden, welche einen öffentlichen Vertrag oder eine Rahmenvereinbarung durch ein offenes oder nichtoffenes Verfahren, verhandeltes Verfahren mit vorheriger Ankündigung, oder durch die Verfahren eines wettbewerblichen Dialoges zu vergeben wünschen, müssen ihre Absichten durch Veröffentlichung einer Vertragsmitteilung erkennbar machen. Ebenso, wenn öffentliche Behörden ein dynamisches Beschaffungssystem errichten wollen, müssen Sie eine Vertragsmitteilung veröffentlichen. Desweiteren, wenn Verträge vergeben werden, welche auf einem dynamischen Beschaffungssystem basieren, müssen die vertragsschließenden Behörden eine vereinfachte Vertragsmitteilung veröffentlichen. Vertragsmitteilungen müssen vollständig und in einer Amtssprache der Europäischen Union veröffentlicht werden, welche von der vertragsschließenden Behörde gewählt wird. Diese Version der Amtssprache stellt den alleinigen, echten Text dar. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Bestandteile jeder Mitteilung muss in den anderen Amtssprachen veröffentlicht werden. Die Kosten der Veröffentlichung solcher Mitteilungen muss von der Europäischen Kommission getragen werden.

(Artikel 49 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vertragsnehmer | Contractor

Jede natürliche oder juristische Person oder öffentliche Einrichtung oder Guppe solcher Personen und/oder Einrichtungen welche die Ausführung von Arbeiten am Markt anbietet.

(Recital 9, 78, 105 und Artikel 5, 64, 71, 72, 73, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vertragsschließende Behörden | Contracting authorities

Zu den öffentlichen Auftraggebern gehören eine Vielzahl von Organisationen, die in den Zuständigkeitsbereich des Staates, der zentralen oder lokalen Gebietskörperschaften und auch des öffentlichen Rechts fallen.

Die öffentlichen Auftraggeber haben sich dazu verpflichtet Einrichtungen zu decken, die zu mehr als 50% aus staatlichen oder anderen öffentliche Auftraggebern bestehen. Die öffentlichen Auftraggeber umfassen die Zentralregierung der Unterzeichnerstaaten des Welthandelsorganisations-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA). (Die wichtigsten Aufzeichnungen sind Recital 10 und Artikel 1, 2 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vertragswertberechnung | Contract Value calculation

Die Berechnung des geschätzten Wertes öffentlicher Verträge, Rahmenvereinbarungen und dynamischen Beschaffungssystemen basiert auf der insgesamt zu zahlenden Summe, netto, wie durch die vertragsschließende Behörde geschätzt.

(Recital 20, 42, 83, 107 und Artikel 5, 58, 72 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vorbehaltene Verträge | Reserved contracts

Die Mitgliedstaaten können sich das Recht vorbehalten, an öffentlichen Vergabeverfahren von geschützten Werkstätten teilzunehmen oder solche Verträge im Rahmen von Programmen für geschützte Beschäftigungsverhältnisse durchzuführen, wenn die meisten betroffenen Arbeitnehmer behinderte Personen sind, die aufgrund der Art oder der Schwere ihrer Behinderungen unter normalen Bedingungen keine Berufe ausüben können.

(Artikel 20, 77 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vorherige Benachrichtigungsinformation | Prior information notices (PINs)

Vorherige Informationsmitteilung sind Mitteilungen, welche durch vertragsschließende Behörden so bald wie möglich nach Beginn des Haushaltsjahres veröffentlicht werden und den r geschätzte Gesamtwert der Verträge oder Rahmenverträge im Produktgebiet, welche zur Vergabe in den folgenden 12 Monate beabsichtigt sind.

(Artikel 48, 51, 52 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vorherige Erfahrung von Wirtschaftsteilnehmern | Previous experience of economic operators

Für Dienstleistungs- und Lieferverträge kann ein Nachweis der fachlichen Fähigkeit durch ein Verzeichnis der hauptsächlichen Lieferungen und Leistungen oder der Hauptdienstleistungen, die in den letzten drei Jahren angeboten wurden, zur Verfügung gestellt werden, welche Rechnungssumme, Datum und Empfänger, ob öffentlich oder privat, angibt. War der Empfänger selbst eine vertragsschließende Behörde, ist ein Nachweis von angebotenen Lieferungen und Leistungen und Dienstleistungen durch Bescheinigungen auszustellen oder durch die zuständige Behörde gegenzuzeichnen. Im Fall, dass der Empfänger ein privater Käufer ist, muss ein Nachweis durch den Käufer mit Bescheinigung zur Verfügung gestellt werden. Im Fall, dass der Käufer eine Bescheinigung nicht zur Verfügung stellen kann, sollte eine Erklärung durch den Wirtschaftsteilnehmer ein ausreichender Nachweis von vorheriger Erfahrung entsprechend seiner technischen Fähigkeiten sein.

(Recital 94 und Artikel 58, 63, 67 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Vorkommerzielle Beschaffung (PCP) | Pre-Commercial Procurement (PCP)

Vorkommerzielle Beschaffung (PCP) ist die Beschaffung von Forschung und Entwicklung und von neuen, innovativen Lösungen, bevor sie kommerziell verfügbar sind.

(Recital 47 der EU-Richtlinie 2014/24/EU Communication from the Commission COM (2007) 799)

W

Wettbewerbliche Verfahren mit Verhandlungen | Competitive procedures with negotiations (CPN)

Verhandelte Verfahren mit vorheriger Mitteilung für die Auswahl von Kandidaten in zwei Runden. In der ersten Runde können alle interessierten Vertragsnehmer ihre Gebote einreichen und die vertragsschließende Behörde wählt die Kandidaten aus, welche zum verhandeln eingeladen werden. In der zweiten Runde finden Verhandlungen mit verschiedenen Kandidaten statt und das erfolgreiche Gebot wird ausgewählt. Prinzipiell beträgt die minimale Anzahl an Kandidaten drei, vorausgesetzt es gibt eine ausreichende Anzahl an Kandidaten.

(Recital 42, 43, 44, 45, 49 und Artikel 2, 26, 29, 48, 65 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Wettbewerblicher Dialog | Competitive dialogue

Der wettbewerbliche Dialog ist ein Vergabeverfahren, das in Fällen von besonders komplexen Verträgen ausnahmsweise verwendet wird, wenn die Anwendung der offenen oder nicht offenen Verfahren die Vergabe des Auftrags nicht zulässt und die Verwendung von Verhandlungsverfahren nicht gerechtfertigt werden kann. Ein öffentlicher Auftrag gilt als besonders komplex, wenn der öffentliche Auftraggeber nicht in der Lage ist, die technischen Spezifikationen, die für die Durchführung des Projekts erforderlich sind, objektiv zu definieren, oder die rechtliche oder finanzielle Zusammensetzung eines Projekts nicht angeben können .. Das Verfahren ist sehr komplex, da es aus drei verschiedene Phasen besteht und es viele verschiedene Möglichkeiten innerhalb dieser Phasen gibt. Zuerst verpflichtet die Werbungsphase vertragsschließende Behörden eine Vertragsmitteilung oder ein darlegendes Dokument zu veröffentlichen, welches die Anforderungen und grundlegenden Angaben zum Projekt beschreibt. Nach dieser Phase und vor Beginn eines wettbewerblichen Dialoges zur Vergabe des Vertrages, können die vertragsschließenden Behörden, unter Nutzung eines technischen Dialoges, Beratung ersuchen oder akzeptieren, welche in der Vorbereitung der Angaben benutzt werden kann, vorausgesetzt diese Beratung hat nicht den Effekt, dass der Wettbewerb außer Kraft gesetzt wird.

(Recital 42, 43, 84 und Artikel 2, 26, 30, 54, 65, 84 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Wirtschaftlich vorteilhaftestes Gebot | Most economically advantageous tender (MEAT)

Das wirtschaftlich vorteilhafteste Gebot ist auf Grund einer Reihe von Faktoren und Determinanten, gewählt von dem Auftraggeber, für den speziell in Frage stehenden Vertrag zu machen. Diese Faktoren beinhalten:

  • Preis;
  • Kosten, unter Nutzung eines kosteneffektiven Ansatzes wie Lebenszykluskosten;
  • Das beste Preis-Qualität-Verhältnis (BPQR, beurteilt auf Basis von Vergabekriterien, geknüpft an den Gegenstand des Vertrages);
  • Organisation, Qualifikation und Erfahrung der Belegschaft welche den Vertrag erfüllen, dort wo das Niveau der Erfüllung den Vertrages signifikant beeinflusst.

(Recital 89, 90, 92, 96 und Artikel 35, 56, 67 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Wirtschaftliche und finanzielles Leistungsfähigkeit von Wirtschaftsteilnehmern | Economic and financial standing of economic operators

Ein Nachweis über die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit von Wirtschaftsteilnehmern kann durch entsprechende Erklärung von Banken oder, wo angebracht, Beweis von relevanter, fachlicher Risikoschadensversicherung oder durch Vorlage einer Bilanz oder Auszüge einer Bilanz, die nach dem Gesetz des Landes in dem der Wirtschaftsteilnehmer ansässig ist, gefordert wird, oder durch Erklärung über den Umsatz des Wirtschaftsteilnehmers erbracht werden. Der Zeitraum einer solchen Erklärung darf maximal den letzten drei Geschäftsjahren entsprechen.

(Recital 15 und Artikel 19, 58, 60, 63 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Wirtschaftsteilnehmer | Economic operator

Wirtschaftsteilnehmer ist jede natürliche oder juristische Person oder öffentliche Einheit oder Gruppe solcher Personen, einschließlich temporärer Wirtschaftsverbände, welche die Ausführung von Arbeiten und/oder einer Arbeit, die Lieferung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen am Markt anbieten.

(Die wichtigsten Eintragungen sind Recital 14, 15 und Artikel 1, 2, 19, 64 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Z

Zentrale Beschaffungsstelle | Central purchasing body

Eine zentrale Beschaffungsstelle ist eine vertragsschließende Behörde welche Lieferungen und Dienstleistungen erwirbt die für die vertragsschließenden Behörden bestimmt sind. Sie kann öffentliche Verträge vergeben oder Rahmenvereinbarungen für Arbeiten, Lieferungen oder Dienstleistungen abschließen, welche für die vertragsschließenden Behörden bestimmt sind

(Recital 60, 66, 69, 70 und Artikel 2, 37, 39 der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

Zentralisierte Beschaffungstätigkeiten | Centralised purchasing activities

Auf dauerhafter Grundlage ausgeführte Tätigkeiten , in einer der folgenden Formen:

  • Für vertragsschließende Behörden bestimmter Erwerb von Lieferungen und/oder Dienstleistungen
  • Für vertragsschließende Behörden bestimmte Vergabe von öffentlichen Verträgen oder Abschluss von Rahmenvereinbarungen für Arbeiten, Lieferungen oder Dienstleistungen.

(Recital 70 und Artikel 2, 37, 39, der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

Zentralstaatliche Behörden | Central government authorities

Vertragschließende Behörden aufgelistet in Anhang I der EU-Richtlinie 2014/24EU und ihren Rechtsnachfolgern

(Recital 129 und Artikel 2, 4, 6 der EU-Richtlinie 2014/24/EU).

Zersetzung | Degradation

Unumkehrbarer Vorgang, welcher zu einer signifikanten Veränderung in der Struktur eines Produktes, typischerweise charakterisiert durch eine Veränderung der Eigenschaften (z.B. Integrität, molekulare Masse oder Struktur, mechanische Stärke) und/oder durch Fragmentierung, beeinflusst durch Umweltbedingungen, über einen Zeitraum hinweg stattfindet und aus mehr als einem Schritt besteht (CEN/TC 411 2014).

Zertifizierung | Certification

Die Zertifizierung ist ein durch Zertifizeirungseinrichtungen ausgefüührtes Verfahren, welche in öffentlichem oder privatem Recht errichtet wurden und welche europäische Zulassungsstandards erfüllen, wobei die Registrierung von Wirtschaftsteilnehmern von anderen Mitgliedsstaaten in einem offiziellen Verzeichnis oder ihre Zulassung durch eine befähigte Einrichtung nach sich zieht, sodass kein weiterer Nachweis oder Stellungnahme notwendig ist, außer solche die von nationalen Wirtschaftsteilnehmern sind.

(Artikel 44, 64 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Zulieferer | Supplier

Eine natürliche oder juristische Person oder öffentliche Einheit von solchen Personen und/oder Einrichtungen, welche auf dem Markt die Lieferung von Produkten anbietet.

(Recital 73, 108 und Artikel 32, 64, 71 der EU-Richtlinie 2014/24/EU)

Zwischenprodukt | Intermediate product

Ausgabe von einem Einheitenprozess, der in andere Einheitenprozesse eingegeben wird, die eine weitere Transformation innerhalb des Systems erfordern.

(EN-ISO 14040; EN-ISO 14044)